8. Lektion Sabbat, den 20. August 2016


Stolz und Demut

„Haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ (1. Petrus 5, 5.)

"Assyriens Hochmut und Fall sollen als Anschauungsunterricht für die Endzeit dienen." – Propheten und Könige, S. 258.

Zum Lesen empfohlen: Propheten und Könige, S. 248-258.

Sonntag 14. August

1. Treue Führung

a. Mit welcher Begründung ermutigte Hiskia sein Volk, den Assyrern entgegenzutreten, und wie halfen die Worte Jesajas in dieser Krise? 2. Chronik 32, 7. 8 (erster Teil); Jesaja 12, 6.


„Als Hiskia Judas Thron bestieg, hatten die Assyrer schon sehr viele Israeliten aus dem Nordreich gefangen weggeführt. Einige Jahre nach seinem Regierungsantritt, während er noch die Verteidigungsanlagen Jerusalems verstärkte, belagerten und eroberten die Assyrer Samaria und zerstreuten die zehn Stämme über die vielen Provinzen des assyrischen Reiches. Die Grenzen Judas waren nur wenige Kilometer und Jerusalem knapp achtzig Kilometer von dort entfernt. Die reiche Beute, die im Tempel zu finden war, musste den Feind zur Rückkehr verlocken. Der König von Juda aber hatte beschlossen, das Seine zu tun, um dem Feind widerstehen zu können.“ – Propheten und Könige, S. 249.

b. Warum konnte sich Hiskia auf Gottes Hilfe verlassen? Jesaja 10, 12. 24-27; 14, 24-27. Wie reagierte das Volk auf seinen Aufruf? 2. Chronik 32, 8 (letzter Teil).

„Nichts belebt den Glauben mehr, als wenn man nach seinem Glauben handelt. Der König von Juda hatte sich auf den kommenden Sturm vorbereitet. Überzeugt davon, dass die Weissagung gegen die Assyrer sich erfüllen werde, vertraute er von ganzem Herzen dem Herrn.“ – Propheten und Könige, S. 250.

Montag 15. August

2. Die Krise beginnt

a. Wie verschlimmerten die assyrischen Hauptleute die Situation, als die Aussichten für Juda ohnehin schon hoffnungslos erschienen? Jesaja 36, 13-20.


„Schließlich kam die seit Langem erwartete Entscheidung. Die Streitkräfte Assyriens, die von Sieg zu Sieg schritten, erschienen in Juda. Siegessicher teilten die Führer ihre Truppen in zwei Heere, deren eines auf die ägyptische Armee im Süden treffen, das andere Jerusalem belagern sollte. 
Judas einzige Hoffnung gründete sich jetzt auf Gott. Alle Hilfe, die möglicherweise aus Ägypten kommen könnte, war abgeschnitten, und keine anderen Völker in der Nähe vermochten freundschaftliche Hilfe zu leisten.
Die assyrischen Hauptleute, die sich der Stärke ihrer an Manneszucht gewöhnten Truppen sicher waren, vereinbarten eine Unterredung mit den führenden Männern Judas, in der sie frech die Übergabe der Stadt forderten. Dieses Begehren war von lästerlichen Schmähungen gegen den Gott der Hebräer begleitet. Als Folge der Schwäche und des Abfalls Israels und Judas wurde der Name Gottes von den Völkern nicht mehr gefürchtet, sondern war zum Gegenstand dauernder Schändung geworden.“ – Propheten und Könige, S. 250.

b. Wie reagierte Juda auf den Spott der überheblichen Assyrer? Was lernen wir aus dieser Erfahrung bezüglich unserer eigenen Einstellung? Jesaja 36, 21. 22; 37, 1-4.

„Derselbe gewalttätige Geist, der in vergangenen Zeiten gegen die Treuen Ränke schmiedete, sucht auch jetzt noch die Erde von denjenigen zu befreien, die Gott fürchten und sein Gesetz halten … Verfolgungssüchtige Herrscher, Prediger und Kirchenglieder werden sich gegen sie verschwören. Durch Wort und Schrift, durch Drohung, Hohn und Spott werden sie versuchen, ihren Glauben zu Fall zu bringen.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 475.
„Wenn Menschen zusammenkommen, um Glaubenspunkte zu untersuchen, in denen es Meinungsverschiedenheiten gibt, wird sich der Geist offenbaren, von dem sie beherrscht werden. Welche die Wahrheit verteidigen, werden freundlich und höflich sein. Wenn sie den Geist Christi besitzen, werden sie freundlich und höflich sein. Sie werden nicht der Versuchung nachgeben und scharfe Worte gebrauchen. Sie werden sich nicht als unfehlbar betrachten und mit Verachtung auf andere herabblicken, die ihrer Ansicht nicht zustimmen. Sie werden diese nicht als Feinde betrachten, sie werden sich nicht über sie lustig machen oder sie gar verspotten.“ – Gospel Workers (1892), S. 389.

Dienstag 16. August

3. Glauben in einer schlimmen Lage

a. Welche Botschaft gab Gott dem König Hiskia durch den Propheten Jesaja, als die Krise mit Assyrien ihren Höhepunkt erreichte? 2. Könige 19, 5-7. Warum ist es so wichtig, dass wir diese großartigen Erfahrungen aus der Weltgeschichte betrachten?


„Gott möchte, dass wir uns seines Handelns mit seinem Volk in der Vergangenheit erinnern, wenn er es vor seinen Feinden rettete. Stets hat er Zeiten größter Verlegenheit zur Offenbarung seiner Macht gewählt, wenn es keine Möglichkeit zur Befreiung aus Satans Hand zu geben schien. Des Menschen Verlegenheit ist Gottes Gelegenheit.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 746.
„Ein christlicher Charakter entwickelt sich nicht, wenn man von Anfechtungen verschont bleibt, sondern wenn man sich in ihnen bewährt. Widerspruch und Widerstand führen den Nachfolger Christi zu größerer Wachsamkeit und lassen ihn ernster zu seinem mächtigen Helfer beten. Anfechtungen, die wir ertragen, bewirken Geduld, Wachsamkeit, Festigkeit und ein tiefes, bleibendes Gottvertrauen. Der Triumph des christlichen Glaubens besteht darin, dass der Nachfolger Jesu befähigt wird, zu leiden und dennoch stark zu sein, zu unterliegen und eben dadurch zu überwinden, sich immerdar in den Tod geben zu lassen und trotzdem zu leben, das Kreuz zu tragen und dadurch die Krone der Herrlichkeit zu erlangen.“ – Das Wirken der Apostel, S. 463.
„Diejenigen, die ihr Leben siegreich beschließen werden, haben Zeiten schrecklicher innerer Not und Glaubensprüfungen zu bestehen. Sie dürfen ihr Vertrauen nicht wegwerfen; denn solche Zeiten gehören zu den Prüfungsaufgaben in der Schule Christi. Sie sind nötig, um alle Schlacken und Unreinigkeiten zu entfernen.“ – Ruf an die Jugend, S. 43.

b. Was taten Jesaja und Hiskia während dieser Krise? 2. Chronik 32, 20; 2. Könige 19, 14-19.

„Dass Hiskia sich für Juda und für die Ehre seines höchsten Herrschers einsetzte, entsprach den Absichten Gottes. Salomo hatte in seinem Gebet anlässlich der Tempelweihe den Herrn angefleht, ‚dass er Recht schaffe seinem Knecht und seinem Volk Israel alle Tage, damit alle Völker auf Erden erkennen, dass der Herr Gott ist, und sonst keiner mehr‘ (1. Könige 8, 59. 60). Besonders dann möge der Herr seine Gunst erweisen, wenn die Führer Israels in Kriegszeiten oder während einer Unterdrückung durch ein Heer das Bethaus beträten und um Errettung flehten.“ – Propheten und Könige, S. 253. 254.

Mittwoch 17. August

4. Gott greift um der Gerechtigkeit willen ein

a. Welche erneute Zusicherung gab der Herr dem König und dem Volk Juda? 2. Könige 19, 20-22. 32-34. Was sollten wir daraus lernen, wie Gott sich um ihre Bedürfnisse kümmerte, obwohl ihr Land verwüstet worden war? Vers 29.


„Wie das Volk Gottes im Altertum, so sollten auch wir bereit sein, voranzuschreiten, wenn die Wolke sich bewegt, und anzuhalten, wenn die Wolke stehen bleibt. Wir müssen unsere Bewegungen der Führung des Geistes Gottes anpassen. Anstatt unseren eigenen Wegen zu folgen, müssen wir mit Gott zusammenwirken. So werden wir imstande sein, mit unserem Führer mitzuhalten.
Ein Mensch muss keine großen Talente besitzen, um ein Christ zu sein. Der Mensch mag keine Stimme im gesetzgebenden Rat haben, er mag nicht im Senat oder Parlament reden und seine Stimme abgeben, aber er hat Zutritt zu Gott. Der König aller Könige neigt sich herab, um das Gebet dessen zu hören, der den Willen des Meisters tun will. Ein erstes Gebet, das einem aufrichtigen, reumütigen Herz entstammt, ist in den Augen Gottes weitaus mehr wert als menschliche Sprachgewandtheit. Gott hört jedes Gebet, das mit dem Wohlgeruch des Glaubens dargebracht wird. Sein schwächstes Kind mag einen Einfluss ausüben, der dem des himmlischen Rates entspricht. Als Antwort auf Gebet schenkt Gott seinem Werk neues Leben.“ – The Review and Herald, 23. Juni 1903.

b. In welchem Sinn veranschaulicht das Schicksal Assyriens einen wichtigen Grundsatz für jedes Zeitalter? Jesaja 30, 27. 28; Sprüche 11, 17; 16, 18.

„Noch immer führt der Unendliche mit unfehlbarer Genauigkeit über die Völker Buch. Solange er seine Gnade anbietet und zur Buße ruft, wird der Bericht nicht geschlossen. Wenn aber die Eintragungen eine bestimmte Höhe erreichen, die Gott festgesetzt hat, beginnt das Walten seines Zorns. Dann wird Bilanz gezogen. Die göttliche Geduld ist am Ende. Nicht länger tritt die Gnade für die Menschen ein.“ – The Review and Herald, 3. Juni 1915.
„‚Der Hochmut Assurs wird gestürzt, und das Zepter Ägyptens wird verschwinden‘ (Sacharja 10, 11; Bruns-Übersetzung). Das gilt nicht nur für die Völker, die sich in alter Zeit gegen Gott erhoben, sondern auch denen, die heute den Zielen Gottes im Wege stehen. Wenn der gerechte Richter am Tage der Endabrechnung die Völker der ganzen Erde richten (vgl. Jesaja 30,28) und alle jene, die an der Wahrheit festgehalten haben, einladen wird, in die Stadt Gottes ein zugehen, werden die Himmelsgewölbe widerhallen von den Triumphgesängen der Erlösten.“ – Propheten und Könige, S. 258.

Donnerstag 18. August

5. Unseren eigenen Stolz demütigen

a. Welche praktischen Lehren sollten wir aus der Erfahrung von Hiskia, Jesaja und den Assyrern ziehen? 1. Petrus 5, 5-7; Sprüche 16, 18.


„Gott kann auf viele Arten bestrafen, und wo auch immer dem Stolz nachgegeben wird, wird gewiss eine Strafe folgen … Wenn ein Mensch sich aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten erhebt und auf seine menschliche Kraft vertraut, wird er mit Sicherheit den Versuchungen erliegen. Gott wird ihn demütigen. Er wird ihm seine Schwachheit zeigen, damit er spürt, wie sehr er göttliche Hilfe benötigt.“ – Manuscript Releases, vol. 21, S. 332. 333.
„Wir müssen uns täglich vor Gott demütigen und dürfen nicht denken, dass unsere Weisheit vollkommen ist. Wir sollen diesen Dienst mit Ernsthaftigkeit angehen und Gott nicht darum bitten, dass er uns demütigt; denn wenn Gott an uns arbeitet, wird er uns auf eine Art und Weise demütigen, die uns nicht gefallen wird. Wir müssen uns selbst vielmehr Tag um Tag unter die mächtige Hand Gottes beugen. Wir sollen unsere Erlösung mit Demut schaffen, wobei es ‚Gott ist, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.‘ (Philipper 2, 12. 13.) Wir sollen mit ihm zusammenarbeiten, während er durch uns wirkt. Wir müssen uns davor hüten, unsere Seelen in Stolz und Selbstvertrauen zu erhöhen. Du magst fragen: ‚Woher weiß ich, dass Christus in meinem Herzen weilt?‘ Wenn du kritisiert und zurechtgewiesen wirst und Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorgestellt hast – falls du dann deinen Leidenschaften freien Lauf lässt, anstatt die Zurechtweisung geduldig und freundlich anzunehmen, dann weilt Christus nicht in deinem Herzen.
Christus maß jedem einzelnen Menschen einen solchen Wert zu, dass er sein eigenes Leben gab, um ihn zu erkaufen. Er verlangt dafür, dass jede Kraft und jede Fähigkeit ihm vollkommen untertan ist. Wir dürfen uns aber nicht nur in dem Licht sehen, in dem Gott uns durch das Kreuz auf Golgatha schätzt. Lasst uns nicht davor zurückschrecken, unsere Demut durch Freundlichkeit, Höflichkeit und Vergebung zu zeigen. Lasst das Ich nicht aufsteigen und denken: Mir wollen sie durch ihre falschen Berichte wehtun.“ – The Review and Herald, 12. Juli 1887.

Freitag 19. August

Fragen zur persönlichen Wiederholung

1. Wie stellte sich Hiskia der Herausforderung, als die Assyrer eine Bedrohung darstellten?
2. Wie sollten wir den „Sanheribs“ in unserem Leben antworten?
3. Wie erfüllte Gott in der Krise, der Juda gegenüberstand, seinen alten Bund?
4. Was können wir daraus lernen, wie der scheinbare Wohlstand der Assyrer dahinschmolz?
5. Nenne einige entscheidende Zeichen, die den Grad unserer Demut deutlich darstellen.

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