Das Gebet als Gnadengabe LEITTEXT: „Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir‘s vergelten öffentlich.“ (Matthäus 6, 6.) Zum Lesen empfohlen: Der Weg zu Christus, S. 67-76. „Im Gebet öffnen wir uns Gott wie einem Freunde, nicht, als wäre es notwendig, ihm zu sagen, was wir sind und wessen wir bedürfen, sondern um ihn in unsere Herzen aufzunehmen. Das Gebet bringt Gott nicht zu uns, vielmehr uns zu ihm.“ – Der Weg zu Christus, S. 67. 1. Der große Bittende 06.09. (So) a. Was hielt Jesus als Menschensohn für notwendig? Lukas 5, 16; Markus 6, 46. „Schau den Sohn Gottes im Gebet zu seinem Vater gebeugt! Obwohl Gottes Sohn, stärkt er doch seinen Glauben durchs Gebet. Und durch den Umgang mit Gott sammelt er Kraft, um dem Bösen zu widerstehen und die Not der Menschen zu lindern. Als der älteste Bruder unseres Geschlechts kennt er die Bedürfnisse derer, die von Schwäche gefangen und in einer Welt voll Sünde und Versuchung lebend, doch den Wunsch haben, ihm zu dienen. Er weiß, dass die Boten, die zu senden er für gut findet, schwache, irrende Menschen sind. Doch all denen, die sich ganz seinem Dienst weihen, sagt er göttliche Hilfe zu. Sein eigenes Beispiel ist eine Zusicherung, dass ernstes, anhaltendes Flehen zu Gott im Glauben – in einem Glauben, der zu völliger Abhängigkeit von Gott und rückhaltloser Weihe für sein Werk führt – den Menschen im Kampf gegen die Sünde die Hilfe des Heiligen Geistes sichert.“ – Diener des Evangeliums, S. 278. b. Wie ist Christi Gebetsleben ein Vorbild für uns? Markus 1, 35; Lukas 6, 12. „Jesus selbst betete oft, während er unter den Menschen wandelte.“ – Der Weg zu Christus, S. 67. 2. Christi Gebet 07.09. (Mo) a. Wie lehrte Jesus seine Jünger zu beten? Lukas 11, 1-4. „Als Christus auf Erden wandelte, lehrte er seine Jünger, wie man recht beten müsse. Er unterwies sie, täglich ihr Anliegen vor Gott zu bringen und alle ihre Sorgen auf ihn zu werfen. Die Verheißung, dass er ihre Bitten und Gebete erhören wollte, gilt auch für uns… Er ist in allem ein Vorbild, er wurde uns ein Bruder in unsern Schwachheiten, ‚der versucht ist allenthalben gleichwie wir‘; als der Sündlose schreckte er jedoch zurück vom Bösen und erduldete Pein und Seelenschmerz in der sündhaften Welt. Da er wahrhaftiger Mensch war, brauchte er das Gebet und schätzte es hoch ein. Im Umgang mit seinem Vater fand er Trost und Freude. Wenn der Erlöser der Menschheit, der Sohn Gottes, die Unentbehrlichkeit des Gebets empfand, wieviel mehr sollten wir schwachen, sündigen Menschen erkennen, dass wir innig und beständig zu Gott beten müssen!“ – Der Weg zu Christus, S. 67. 68. b. Wie beschreibt die Bibel Christi Hingabe, und warum war dies so wichtig? Jesaja 50, 4; Hebräer 2, 10; 5, 7-9. „Nachdem er Mensch geworden war, fühlte er das Bedürfnis, von seinem Vater gestärkt zu werden. Er hatte auserwählte Gebetsstätten. Er liebte es, in der Einsamkeit der Berge mit seinem Vater Gemeinschaft zu pflegen. In diesen Zwiesprachen empfing seine heilige, menschliche Natur die Kraft, die Pflichten und Anfechtungen des Tages bewältigen zu können. Unser Heiland nahm unsere Nöte und Schwächen auf sich, insofern, als er ein nächtlicher Bittsteller wurde, der von seinem Vater neue Kraftfülle erbat, um für alle Pflichten und Versuchungen belebt, erquickt und gerüstet zu sein. Er ist in allem unser Vorbild.“ – Zeugnisse, Band 2, S. 202. „Ich sah, dass es unter zwanzig Jugendlichen nicht einen gibt, der aus Erfahrung weiß, was Religion bedeutet. Sie dienen sich selbst und bekennen Diener Christi zu sein. Wird nicht der Zauber gebrochen, in dem sie gefangen sind, werden sie bald erfahren, dass sie den Lohn der Übertreter empfangen. Sie haben einen leichteren Weg gefunden als den, Selbstverleugnung zu üben und um der Wahrheit willen Opfer zu bringen. Anstatt ernsthaft und mit Tränen Gott um seine vergebende Gnade und um Kraft, den Versuchungen Satans widerstehen zu können, anzuflehen, haben sie es für unnötig angesehen, so ernst und eifrig zu sein; sie können sehr gut ohne das auskommen. Christus, der König der Herrlichkeit, ging oft allein in die Berge und an einsame Orte, um seine Bitten vor seinem Vater in innigem Flehen auszuschütten. Aber der sündige Mensch, in dem keine Kraft ist, glaubt, er könne ohne so viel Gebet leben.“ – Zeugnisse, Band 1, S. 528. 529. 3. Das Vorrecht des Gebets 08.09. (Di) a. Wie offenbarte Jesus uns die Haltung seines Vaters gegenüber menschlicher Not? Matthäus 6, 6; 7, 7-11. „Unser himmlischer Vater wartet darauf, die Fülle seiner Segnungen über uns auszugießen. Dank seiner Gnadenerweisung können wir unaufhörlich aus dem Brunnen unbegrenzter Liebe trinken. Ist es nicht fast ein Wunder, dass wir so wenig beten? Gott ist immer willens, das aufrichtige Flehen seiner geringsten Kinder zu erhören; dennoch offenbaren wir so viel Abneigung, ihm unsere Bedürfnisse vorzutragen.“ – Der Weg zu Christus, S. 68. „Gott ist zu weise, als dass er einen Irrtum beginge; zu gut, als dass er den Aufrichtigen das vorenthielte, was zu ihrem Besten dient. Deshalb vertraut ihm getrost, obschon eure Gebete nicht sofort erhört werden. Verlasst euch felsenfest auf seine Verheißung: ‚Bittet, so wird euch gegeben.‘“ – Der Weg zu Christus, S. 69. b. Was verhindert, dass unsere Bitten vom Herrn erhört werden? Psalm 66, 18; Sprüche 28, 13. „Mag auch unser Innerstes sich zu [Gott] hingezogen fühlen, mögen wir auch seine Werke, seine Barmherzigkeit und seine Segnungen vor Augen haben und bewundern, so heißt das doch nicht im vollsten Sinne des Wortes, mit ihm in enger Gemeinschaft zu stehen. Wenn wir das wollen, müssen wir ihn in den Angelegenheiten unseres täglichen Lebens zu Rate ziehen.“ – Der Weg zu Christus, S. 67. „Was mögen die Engel des Himmels beim Anblick der armen, hilflosen, der Versuchung unterworfenen Wesen denken, wenn Gottes Herz in seiner unendlichen Liebe nach ihnen sucht, stets bereit, ihnen über Bitten und Verstehen zu geben? Trotzdem beten wir so wenig und haben so wenig Glauben. Es ist die Freude der Engel, dem Allwaltenden zu dienen, in seiner Nähe zu weilen. Innige Gemeinschaft mit Gott ist ihre höchste Wonne; aber die Kinder dieser Welt, die der göttlichen Hilfe so sehr bedürfen, scheinen ohne das Licht seines Geistes, ohne Gemeinschaft mit ihm zufrieden zu sein. Finsternis des Bösen umgibt die Gläubigen, die das Gebet vernachlässigen. Die Einflüsterungen des Feindes verleiten sie nur deshalb zur Sünde, weil sie die Gnadengabe nicht beanspruchen, die Gott ihnen mit der göttlichen Einrichtung des Gebets gegeben hat... Wenn wir Ungerechtigkeit im Innern dulden und irgendeiner bewussten Sünde nachhängen, wird der Herr uns nicht erhören; nur das Gebet eines reuigen und zerschlagenen Herzens wird stets von ihm angenommen. Wenn alles erkannte Unrecht gutgemacht ist, schenkt er sicherlich unsern Bitten Gehör. Unser eigener Verdienst wird uns nie der Gnade Gottes empfehlen; nur Jesu Würdigkeit und Gerechtigkeit werden uns erlösen; sein Blut wird uns reinigen. Doch müssen wir solchen Bedingungen der Annahme als Kinder Gottes nachkommen.“ – Der Weg zu Christus, S. 68. 69. 4. Siegreiches Gebet 09.09. (Mi) a. Was kennzeichnet ein siegreiches Gebet im Gegensatz zu einem schwachen und unwirksamen Gebet? Hebräer 11, 6; Markus 11, 24. „Empfangen wir auch nicht sofort das, worum wir bitten, so sollen wir doch glauben, dass der Herr uns hört und unsere Bitten beantwortet. Wir sind so im Irrtum befangen und so kurzsichtig, dass wir oft unnütze Dinge erbitten. Liebevoll geht unser himmlischer Vater auf unsere Gebete ein und gibt uns jeweils gerade das, wonach wir selbst von Herzen verlangten, wenn wir durch göttliche Erleuchtung die wahre Sachlage richtig erkennen könnten. Findet auch unser Flehen anscheinend keine Antwort, sollten wir trotzdem an der Verheißung festhalten. Die Zeit der Erhörung wird sicherlich kommen, und wir werden die Segnungen empfangen, die uns am meisten nottun.“ – Der Weg zu Christus, S. 69. 70. b. Welchen Geist müssen wir haben, damit ein Gebet vom Herrn erhört wird? Matthäus 6, 12; Markus 11, 25. 26. „Erflehen wir Gnade und Segen von Gott, dann müssen auch unsere Herzen vom Geist der Liebe und Vergebung durchdrungen sein. Wie können wir beten: ‚Vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben‘ und doch der Unversöhnlichkeit Raum geben? (Matthäus 6, 12.) Hoffen wir auf Erhörung unserer Gebete, so müssen wir in gleicher Art und in gleichem Maße andern vergeben, wie wir Vergebung unserer Sünden erwarten.“ – Der Weg zu Christus, S. 70. 71. c. Was können wir aus Elias Gebet um Regen lernen? 1. Könige 18, 41-45. „Der Diener passte auf, während Elia betete. Sechsmal kehrte er von seinem Beobachtungsposten zurück und meldete, dass nichts zu sehen wäre, keine Wolke, kein Anzeichen für Regen. Aber der Prophet gab nicht entmutigt auf. Er fuhr fort, sein Leben zu erforschen, um zu sehen, wo er versäumt hatte, Gott zu ehren. Er bekannte seine Sünden und peinigte auf diese Weise seine Seele weiterhin vor Gott, während er nach einem Zeichen Ausschau hielt, dass sein Gebet erhört worden war. Bei dieser Herzenserforschung schien er sowohl in seiner eigenen Einschätzung als auch in der Sicht Gottes immer geringer zu werden. Es schien ihm, als wäre er nichts und Gott alles. Und als er da angelangt war, sein Ich zu verleugnen, während er sich an den Heiland als seine einzige Stärke und Gerechtigkeit klammerte, kam die Antwort.“ – Bibelkommentar, S. 116. 5. Beharrlichkeit im Gebet 10.09. (Do) a. Welchen wichtigen Rat geben die Apostel in Bezug auf das Gebet? 1. Petrus 4, 7; Philipper 4, 6. „Weiter sind Fleiß und Beharrlichkeit im Gebet nötig! Lasst euch durch nichts daran behindern, sondern haltet mit allen euren Kräften die Verbindung zwischen Jesus und euch aufrecht. Sucht jede Gelegenheit zum Gebet, wo sie sich auch darbietet. Wer in Wahrheit nach Gemeinschaft mit Gott verlangt, wird die Gebetsversammlungen regelmäßig besuchen, treulich seine Pflicht erfüllen und mit ernstem Eifer alle nur möglichen Segnungen für sich einernten. Er wird jede Gelegenheit benutzen, sich von den Strahlen des himmlischen Lichtes bescheinen zu lassen.“ – Der Weg zu Christus, S. 71. b. Was erwartet der Herr von seinen Kindern, wie es auch jeder Vater tut? Lukas 11, 10. 13; Johannes 14, 13. 14. „‚In meinem Namen!‘ So gebot der Herr seinen Jüngern zu beten. In seinem Namen sollen Christi Nachfolger vor Gott stehen. Durch die Größe des für sie dargebrachten Opfers sind sie in den Augen Gottes wertvoll geworden; wegen der ihnen zugemessenen Gerechtigkeit ihres Erlösers werden sie von Gott hochgeachtet. Um Christi willen vergibt der Herr allen, die ihn fürchten. Er sieht in ihnen nicht die Schlechtigkeit des Sünders, sondern er erkennt in ihnen das Bild seines Sohnes, an den sie glauben.“ – Das Leben Jesu, S. 665. „Keine Zeit, kein Ort ist ungeeignet, zu Gott zu beten. Nichts vermag uns davon abzuhalten, unsere Herzen im Geiste inbrünstigen Gebets zu Gott zu wenden. Im Gedränge der Straßen, inmitten unserer täglichen Geschäfte können wir zu ihm beten und um seinen göttlichen Beistand flehen, wie es Nehemia tat, als er seine Bitte vor den König Artaxerxes brachte. Innige Gemeinschaft mit Gott können wir allenthalben pflegen.“ – Der Weg zu Christus, S. 72. Fragen zur persönlichen Wiederholung 11.09. (Fr) 1. Welches Beispiel der Beständigkeit im Gebet ist allen Gläubigen gegeben worden? 2. Welche Prophezeiung zeigt die Bedeutung des Gebets an jedem Morgen? 3. Was ist eine Voraussetzung für ein erfolgreiches Gebet? 4. Warum sollen wir weiter beten, während wir auf eine Antwort warten? 5. Beschreibe, was es bedeutet, im Namen Jesu zu beten. |