Reue LEITTEXT: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden vertilgt werden.“ (Apostelgeschichte 3, 19.) Zum Lesen empfohlen: Der Weg zu Christus, Kapitel 3, S. 14-25. „Gott [verwirft] niemanden… der sich zwar zur Sünde verleiten ließ, aber in aufrichtiger Reue zu ihm zurückkehrt.“ – Patriarchen und Propheten, S. 176. 1. Trauer über die Sünde 12.07. (So) a. Welchen Beweis wahrer Buße forderte Johannes der Täufer? Lukas 3, 7-14. „Wahre Buße schließt aufrichtige Traurigkeit über unsere Sünden und Abkehr von ihnen ein. Wir werden sie nicht ablegen, bis wir ihre Sündhaftigkeit erkannt haben. Eine wirkliche Veränderung in unserm Leben wird erst dann eintreten, wenn wir von Herzen der Sünde abgesagt haben.“ – Der Weg zu Christus, S. 14. b. Was sollten wir über wahre Buße wissen, die Herz und Leben verändert? 2. Korinther 7, 9. 10. „Wahre Reue über die Sünde wirkt nur der Heilige Geist. Der Geist offenbart die Undankbarkeit des Herzens, das den Heiland vernachlässigt und betrübt hat, und bringt uns in Zerknirschung zum Fuß des Kreuzes. Durch jede Sünde wird Jesus aufs neue verwundet. Wenn wir auf ihn blicken, den wir ‚durchbohrt haben‘, trauern wir über die Sünde, die Qual über ihn gebracht hat. Ein solches Leidtragen wird dazu führen, der Sünde zu entsagen.“ – Das Leben Jesu, S. 289. „Ergibt sich aber ein Herz dem Einfluss des Geistes Gottes, dann erwacht das Gewissen, dann empfindet der Sünder etwas von der Tiefe und Heiligkeit des göttlichen Gesetzes, der Grundlage seiner Herrschaft im Himmel und auf Erden.“ – Der Weg zu Christus, S. 15. 2. Wahre Buße 13.07. (Mo) a. Was war Davids Flehen, als er das Gewicht seiner Schuld erkannte? Psalm 51, 3-6. „Deutlich zeigt David in seinem Gebet nach seinem Fall die wahre Betrübnis über die Sünde. Seine Buße war tief und aufrichtig. Wir hören nichts von einer Beschönigung seiner Schuld; auch veranlasste ihn nicht der Wunsch, dem angedrohten Gericht zu entrinnen, zu seinem Gebet. David sah das Ungeheure seiner Übertretung; er erkannte seine innere Befleckung; er fühlte tiefen Abscheu vor seiner Sünde. Er bat nicht allein um Vergebung, sondern auch um Reinheit des Herzens. Ihn dürstete nach wahrer Heiligkeit, danach, wieder in vollen Frieden und in Gemeinschaft mit Gott zu kommen.“ – Der Weg zu Christus, S. 15. b. Was suchte David infolge seiner wahren Reue? Psalm 51, 12-15. „‚Schaffe in mir ein reines Herz.‘ Damit beginnen wir an der richtigen Stelle, an der Basis eines christlichen Charakters, denn aus dem Herzen kommen die Angelegenheiten des Lebens. Wenn wir alle, Prediger und Gemeindeglieder, darauf achten, dass unser Herz mit Gott im Reinen ist, wäre unsere Arbeit wesentlich wirksamer. Je wichtiger und verantwortungsvoller unsere Aufgabe ist, umso wichtiger ist es, ein reines Herz zu haben. Die notwendige Gnade steht zur Verfügung, und die Kraft des Heiligen Geistes unterstützt uns bei jeder Bemühung in dieser Richtung. Wenn jedes Kind Gottes ihn ernstlich und ausdauernd suchen würde, gäbe es ein größeres Wachstum in der Gnade. Zwietracht würde aufhören; die Gläubigen wären ein Herz und eine Seele; und die Gemeinde wäre geprägt von Aufrichtigkeit und Liebe. Durch Anschauen werden wir verwandelt. Je mehr wir den Charakter Christi betrachten, umso eher werden wir in sein Bild verwandelt. Komm zu Jesus, wie du bist, und er wird dich annehmen und dir ein neues Lied in den Mund legen, ein Loblied für Gott.“ – Gospel Workers, (Ausgabe 1892/1893), S. 451. 452. c. Was lehrt die Bibel über Buße und völlige Hingabe an Christus? Römer 2, 4; Apostelgeschichte 3, 19; 5, 31. „Wir können ebensowenig ohne den Geist Christi, der das Gewissen weckt, Buße tun, wie wir ohne Christus Vergebung unserer Sünden erhalten. Christus ist die Quelle jedes rechten Beweggrundes. Er allein kann unsern Herzen Feindschaft gegen die Sünde einpflanzen. Jeder aufrichtige Wunsch nach Wahrheit und Reinheit, jede Überzeugung von unserer Sündhaftigkeit ist ein deutlicher Beweis dafür, dass der Heilige Geist an uns wirkt.“ – Der Weg zu Christus, S. 17. 3. Falsche Buße 14.07. (Di) a. Welcher Art war die Buße Esaus, des Pharaos und des Judas, als sie die Folgen ihrer Sünde erkannten? Hebräer 12, 16. 17; 2. Mose 12, 30-32; 14, 3-5; Matthäus 27, 3-5. „[Viele] sind traurig über ihre Sünden, ja, sie bekehren sich äußerlich, weil sie sich vor den Leiden fürchten, die ihre Missetaten über sie bringen. Das ist keine Buße im Sinne des Wortes Gottes. Solche Menschen beklagen die Folgen ihrer Sünden statt die Sünde selbst. So klagte und jammerte auch Esau, als er sein Erstgeburtsrecht für immer verloren sah… In ähnlichem Geiste rief Judas Ischariot aus, nachdem er seinen Herrn und Meister verraten hatte: ‚Ich habe übel getan, dass ich unschuldig Blut verraten habe.‘ (Matthäus 27, 4.) Das Geständnis wurde seinem schuldgeplagten Herzen durch das entsetzliche Bewusstsein der Verdammnis und den furchtbaren Ausblick auf das Gericht abgerungen. Die Folgen der Sünde erfüllten ihn mit Schrecken; nichts lässt jedoch auf tiefe Traurigkeit, auf wirkliches Herzeleid darüber schließen, dass er den schuldlosen Sohn Gottes verraten und den Heiligen Israels verleugnet hatte. Pharao bekannte zwar seine Schuld, wenn er unter der Zuchtrute Gottes seufzte, freilich nur, um der ferneren Strafe zu entgehen. Sobald aber den Plagen Einhalt getan war, kehrte er zu seinem Trotz gegen Gott zurück. Alle diese Männer beklagen wohl die Folgen ihrer Sünden, jedoch nicht die Sünde selbst.“ – Der Weg zu Christus, S. 14. 15. „Gott gab Pharao außerordentlich überzeugende Beweise seiner Stärke, aber der Herrscher wehrte sich hartnäckig gegen jede bessere Einsicht. Mit jeder Offenbarung der unendlichen Machtvollkommenheit, die er zurückwies, wurde er um so entschlossener zum Widerstand. Schon mit der Ablehnung des ersten Wunders war die Saat der Auflehnung gestreut, die jetzt ihre Früchte trug.“ – Patriarchen und Propheten, S. 244. b. Was geschieht, wenn ein Sünder nicht Buße tut und seine Buße auf einen zukünftigen Zeitpunkt aufschiebt? Johannes 12, 35. 36; Hebräer 3, 12-15. „Die Namenschristen, die unvorbereitet in den letzten schrecklichen Kampf gehen, werden in ihrer Verzweiflung ihre Sünden in Worten brennender Angst bekennen, während die Gottlosen über ihren Jammer frohlocken. Diese Bekenntnisse tragen den gleichen Charakter wie die Esaus oder Judas. Sie beklagen die Folgen der Übertretung, nicht aber ihre Schuld. Sie fühlen keine wahre Reue, keinen Abscheu vor dem Übel. Sie gestehen ihre Sünde aus Furcht vor der Strafe; doch wie einst Pharao würden sie dem Himmel wiederum Trotz bieten, sollten die Gerichte zurückgezogen werden.“ – Der große Kampf, S. 621. 4. Der Pharisäer und der Zöllner 15.07. (Mi) a. Was ist der Unterschied zwischen dem Pharisäer und dem Zöllner in der Geschichte Christi? Lukas 18, 10-13. „Im Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner zeigte das selbstgerechte Gebet: ‚Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute‘, den großen Unterschied zu der Bitte des Bußfertigen: ‚Gott, sei mir Sünder gnädig!‘ (Lukas 18, 11. 13.) Auf diese Weise tadelte Jesus die Heuchelei der Juden.“ – Das Leben Jesu, S. 490. b. Was sagte Jesus über das Ergebnis des Gebets des Zöllners? Lukas 18, 14. „Der arme Zöllner, der da betete: ‚Gott, sei mir Sünder gnädig!‘ (Lukas 18, 13), hielt sich für sehr gottlos, und andere betrachteten ihn in demselben Licht; aber er erkannte sein Elend, kam mit der Last seiner entehrenden Schuld zu Gott und erflehte Vergebung. Sein Herz war offen, so dass der Geist Gottes sein gnädiges Werk tun und ihn von der Macht der Sünde befreien konnte. Der stolze und selbstgerechte Pharisäer dagegen bewies durch sein Gebet, dass sein Herz dem Einfluss des Heiligen Geistes verschlossen war. Infolge seiner Entfernung von Gott hatte er kein Gefühl von seiner eigenen Befleckung im Gegensatz zu dem vollkommenen Glanz göttlicher Heiligkeit. Er bedurfte nichts, deshalb erhielt er auch nichts.“ – Der Weg zu Christus, S. 20. c. Welche zerstörerische Haltung wollte Jesus mit dieser Geschichte korrigieren? Lukas 18, 9; 2. Korinther 10, 12; Sprüche 16, 18. „Die Religion des Pharisäers berührt nicht die Seele, sie strebt nicht nach einem gottähnlichen Charakter und einem von Liebe und Barmherzigkeit erfüllten Herzen. Der Pharisäer gibt sich mit einer Religion zufrieden, die es nur mit dem äußerlichen Leben zu tun hat. Seine Gerechtigkeit ist seine eigene – die Frucht seiner eigenen Werke, die vom menschlichem Standpunkte aus beurteilt wird. Ein jeder, welcher denkt, dass er gerecht ist, wird andere verachten. Wie der Pharisäer sich selbst nach anderen Menschen beurteilt, so beurteilt er andere Menschen nach sich. Seine Gerechtigkeit wird nach der ihrigen abgeschätzt und je schlechter sie sind, desto gerechter erscheint er im Vergleich mit ihnen. Seine Selbstgerechtigkeit führt zum Beschuldigen anderer. ‚Die andern Leute‘ verdammt er als Übertreter des Gesetzes Gottes. Dadurch bekundet er den Geist Satans, des Verklägers der Brüder. Mit diesem Geiste aber ist es unmöglich für ihn, in Gemeinschaft mit Gott zu kommen.“ – Christi Gleichnisse, S. 149. 5. Verhärtet euer Herz nicht 16.07. (Do) a. Welche Gefahr birgt es, eine Überzeugung zu ignorieren oder mit einer Reaktion zu zögern? 2. Korinther 6, 2; Hebräer 3, 7. 8; Lukas 12, 20. 21. „Viele suchen ihr erwachtes Gewissen mit dem Gedanken zu beruhigen, dass sie ihren bösen Weg jederzeit ändern können. Sie meinen, sie würden doch immer wieder gemahnt werden und brauchten die Gnadeneinladung deshalb nicht zu ernst zu nehmen. Sie haben den Geist der Gnade verachtet und sich mit ihrem Einfluss auf die Seite Satans gestellt und glauben daher, noch im Augenblick des Äußersten ihr Leben umgestalten zu können. Das ist aber nicht so leicht getan. Die Erfahrung, die Erziehung eines ganzen Lebens hat das Innerste dieser Menschen so geformt, dass dann nur wenige den Wunsch haben, Christus ähnlich zu werden.“ – Der Weg zu Christus, S. 23. b. Was sollen wir tun, wenn wir erkennen, dass unser Herz und unser Leben nicht mit Gott im Einklang stehen? Psalm 139, 23. 24; 51, 12. „Sucht in der Heiligen Schrift mit Gebet! Sie zeigt euch im Gesetz Gottes und im Leben Christi die herrlichen Grundsätze der Heiligung, ‚ohne welche wird niemand den Herrn sehen‘. (Hebräer 12, 14.) Sie überzeugt euch von euren Sünden, offenbart aber auch den Weg zur Rettung. Folgt ihr, Gottes Stimme spricht durch sie zu euch!“ – Der Weg zu Christus, S. 24. „Wir alle haben schwer gesündigt, aber Christus ist gestorben, damit wir Vergebung erlangen. Die Verdienste seines Opfers genügen, uns mit dem Vater zu versöhnen. Die, denen er am meisten vergeben, werden ihn am meisten lieben und werden seinem Thron am nächsten stehen und ihn für seine große Liebe und sein unendliches Opfer loben und preisen. Wenn wir die Liebe Gottes erkennen, dann verstehen wir auch die Sündhaftigkeit der Sünde. Wenn wir auf die Retterhand schauen, die uns entgegengestreckt ist, wenn wir etwas ahnen von der Tragweite des Opfers, das Christus für uns gebracht hat, dann werden unsere Herzen in Liebe und Dankbarkeit, aber auch in Reue und Buße schmelzen.“ – Der Weg zu Christus, S. 25. Fragen zur persönlichen Wiederholung 17.07. (Fr) 1. Welche wunderbare Gabe gewährt Gott, damit wir die Gnade des Himmels empfangen können? 2. Warum können wir aus uns selbst keine wahre Buße tun? 3. Was fehlte in der Buße Esaus, des Pharaos und des Judas? 4. Warum erzählte Jesus das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner? 5. Was ist der wichtigste Schritt, Menschen in enge Gemeinschaft mit Gott zu führen? |