Die Erlösungsbedürftigkeit des Sünders LEITTEXT: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3, 3.) Zum Lesen empfohlen: Der Weg zu Christus, Kapitel 2, S. 9-13. „Die einzige Hoffnung auf Erlösung des gefallenen Menschengeschlechts liegt in Christus.“ – Das Leben Jesu, S. 132. 1. Der Urzustand des Menschen 05.07. (So) a. Beschreibe den ursprünglichen Zustand des Menschen in Eden. 1. Mose 1, 26. 27. 31; Psalm 8, 4-6. „Dem Menschen waren bei seiner Erschaffung edle Kräfte des Körpers und ein völlig ausgeglichener Geist verliehen worden.“ – Der Weg zu Christus, S. 9. „Der Mensch sollte nach seiner äußeren Erscheinung und seinem Charakter das Bild Gottes an sich tragen. Christus allein ist ‚das Ebenbild seines [Gottes] Wesens‘ (Hebräer 1, 3), der Mensch aber wurde immerhin nach dem Bilde Gottes geschaffen. Sein Wesen war in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. Er vermochte göttliche Gedanken zu erfassen. Seine Empfindungen waren rein. Seine Triebe und Neigungen wurden von der Vernunft beherrscht. Er war heilig und glücklich als das Abbild Gottes, das dessen Willen völligen Gehorsam leistete.“ – Patriarchen und Propheten, S. 21. b. Wie wirkte Satan darauf hin, den göttlichen Plan bei der Erschaffung des Menschen zu vereiteln? 1. Mose 3, 1-7; Römer 6, 16; 1. Johannes 2, 16. „Der Ungehorsam lenkte diese Fähigkeiten in andere Bahnen; Selbstsucht trat an die Stelle der wahren Liebe. Durch die Übertretung wurde der Mensch so geschwächt, dass es ihm unmöglich war, aus eigener Kraft der Sünde Widerstand zu leisten. Er wurde ein Gefangener Satans und würde es auf ewig geblieben sein, wäre nicht Gott in seiner Liebe als Vermittler dazwischengetreten. Es lag in der Absicht des Versuchers, den göttlichen Plan bei der Erschaffung des Menschen zu durchkreuzen und die Erde mit Weh und Verderben anzufüllen. Ja, er scheute sich nicht, alles Übel als eine Folge der göttlichen Erschaffung des Menschen zu bezeichnen.“ – Der Weg zu Christus, S. 9. 2. Flucht vor Gottes Gegenwart 06.07. (Mo) a. Wie reagierten Adam und Eva nach ihrer Sünde, als sie die Stimme Gottes hörten? 1. Mose 3, 8-10. b. Warum sind sündige Menschen nicht in der Lage, in der Gegenwart des Unendlichen zu bestehen? 2. Mose 33, 20; 5. Mose 4, 23. 24. „In seinem sündlosen Zustand war der Mensch aufs glücklichste verbunden mit ihm, ‚in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis‘. (Kolosser 2, 3.) Nach dem Sündenfall aber fand der Mensch keine Freude mehr an der Heiligkeit und suchte sich vor der Gegenwart Gottes zu verbergen. Ebenso sieht es jetzt noch in einem nicht wiedergeborenen Herzen aus. Es lebt nicht in Übereinstimmung mit Gott und hat kein Wohlgefallen und keine Freude an der Gemeinschaft mit ihm. Der Sünder könnte sich auch in der Gegenwart Gottes nicht glücklich fühlen und würde vor der Berührung und dem Zusammenleben mit heiligen Wesen zurückschrecken. Selbst wenn er Zutritt zum Himmel erhielte, würde er doch nie wahre Freude empfinden. Die selbstlose Liebe, die dort herrscht – ein jedes Herz schlägt der ewigen Liebe entgegen –, würde in ihm keine verwandten Neigungen aufklingen lassen. Seine Gedanken, Neigungen und Beweggründe würden ganz andere sein als die, welche die Herzen der sündlosen Bewohner durchdringen. Er würde ein Misston in der Klangwelt des Himmels sein. Der Himmel wäre für ihn ein Ort der Qual. Solch ein Unglücklicher würde alles aufbieten, sich vor dem zu verbergen, der das ewige Licht und der Mittelpunkt aller Wonne ist. Es ist kein willkürlicher Ratschluss des Herrn, die Gottlosen vom Himmel fernzuhalten; sie haben sich ja durch eigene Schuld von der seligen Gemeinschaft getrennt. Die Herrlichkeit Gottes wäre daher für sie ein verzehrendes Feuer.“ – Der Weg zu Christus, S. 9. 10. c. Warum ist es dem Menschen aus eigener Kraft unmöglich, der Strafe der Sünde zu entkommen? Hiob 14, 4; Römer 8, 7. 8; Jesaja 64, 5 [6]. „Es ist für uns unmöglich, aus eigener Kraft dem Abgrund der Sünde zu entfliehen, in den wir gefallen sind. Das Trachten unserer Herzen ist böse, aber wir können sie nicht anders machen. ‚Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer.‘ (Hiob 14, 4.) … Erziehung und Bildung, Willensübung und menschliche Anstrengung haben ihren eigenen Wirkungskreis, sind aber in diesem Falle machtlos. Sie mögen eine äußere Verbesserung der Sitten herbeiführen, können aber das Herz nicht verändern; sie sind nicht imstande, die geheimen Triebfedern des Lebens zu reinigen. Es muss zuerst eine Macht im Innern wirken, ein neues Leben von oben kommen, ehe der Mensch von der Sünde zur Heiligkeit bekehrt wird. Diese Macht ist Christus. Seine Gnade allein ist fähig, die toten Seelenkräfte wieder zu beleben und sie zu Gott, zur vollkommenen Heiligkeit hinzuleiten.“ – Der Weg zu Christus, S. 10. 3. Das Bedürfnis nach einem Erlöser 07.07. (Di) a. Was müssen wir über das menschliche Herz erkennen? Psalm 14, 1-3; Römer 3, 9-11. „Weiter sagt das Wort Gottes: ‚Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.‘ (Römer 3, 23.) ‚Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.‘ (Römer 3, 12.) Viele täuschen sich über ihren eigenen inneren Zustand. Sie sehen nicht ein, dass sie von Natur aus maßlos unaufrichtig und von Grund auf verdorben sind. Sie zimmern sich ihre eigene Gerechtigkeit zusammen und sind zufrieden, wenn sie den menschlichen Maßstäben genügen, die sie an ihren Charakter anlegen. Das aber ist tödlich, denn sie werden scheitern, wenn sie dem göttlichen Maßstab nicht entsprechen. Die Anforderungen Gottes aber kann niemand von sich aus erfüllen.“ – Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 338. b. Warum sind wir als Menschen unfähig, die geistliche Welt wahrzunehmen und das Reich Gottes zu sehen? 1. Korinther 2, 14; 2. Korinther 4, 4. „Der Heiland selbst sagt: ‚Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.‘ (Johannes 3, 3.) Der Mensch muss ein neues Herz, ein neues Verlangen, neue Vorsätze und Beweggründe zu einem neuen Lebenswandel empfangen. Es ist eine grobe Täuschung, wenn wir glauben, dass wir nur das Gute in uns zu entwickeln brauchen. ‚Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich gerichtet sein.‘ (1. Korinther 2, 14.) ‚Lass dich‘s nicht wundern, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden.‘ (Johannes 3, 7.) Von Christus sagt die Schrift: ‚In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.‘ (Johannes 1, 4.) ‚Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.“ (Apostelgeschichte 4, 12.)“ – Der Weg zu Christus, S. 10. 11. c. Was können wir tun, obwohl wir uns nicht selbst retten können? Matthäus 11, 28-30; Johannes 3, 3. „Gott offenbarte sich in Christus und ‚versöhnte in Christus die Welt mit ihm selber‘. (2. Korinther 5, 19.) Der Mensch war durch die Sünde so entartet, dass er aus eigener Kraft nicht wieder mit dem in Übereinstimmung kommen konnte, dessen ganzes Wesen Reinheit und Güte ist. Aber nachdem Christus den Menschen von der Verdammnis des Gesetzes erlöst hatte, konnte er göttliche Kraft schenken, um das menschliche Bemühen zu unterstützen. So wurde es für Adams gefallene Kinder durch Reue und Glauben an Christus wieder möglich, ‚Gottes Kinder‘ (1. Johannes 3, 2) zu werden.“ – Patriarchen und Propheten, S. 41. 4. Das Flehen des Sünders 08.07. (Mi) a. Welches Problem erkannte der Apostel Paulus, als er zur vollen Erkenntnis seines Zustandes als Sünder vor Gott kam? Römer 7, 12. 14. 24. „Wir dürfen uns nicht damit begnügen, die liebevolle Güte Gottes zu verstehen; nicht, das Wohlwollen und die väterliche Zartheit seines Wesens zu erkennen. Wir dürfen nicht damit zufrieden sein, die Weisheit und Gerechtigkeit seines Gesetzes zu begreifen; nicht, zu wissen, dass es auf den ewigen Grundsatz der Liebe gegründet ist. Der Apostel Paulus hatte dies alles erkannt, als er schrieb: ‚So ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut sei.‘ ‚Das Gesetz ist ja heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut.‘ (Römer 7, 16. 12.) Doch er fügt in Seelenangst und Verzweiflung hinzu: ‚Ich bin aber fleischlich, unter die Sünde verkauft.‘ (Römer 7, 14.) Er sehnte sich nach der Reinheit, nach der Gerechtigkeit, die er aus sich nicht erlangen konnte, und rief deshalb aus: ‚Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?‘ (Römer 7, 24.) Das ist derselbe Schmerzensruf, den viele beladene Herzen in allen Landen und zu allen Zeiten ausgestoßen haben. Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: ‚Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!‘ (Johannes 1, 29.)“ – Der Weg zu Christus, S. 11. „Viele sind sich ihrer Hilflosigkeit bewusst und sehnen sich nach jenem geistlichen Leben, das sie in Einklang mit Gott bringt; sie mühen sich jedoch vergeblich, es zu erringen… Der Heiland neigt sich über die mit seinem Blut Erkauften und fragt mit unaussprechlicher Güte und herzlichem Erbarmen: ‚Willst du gesund werden?‘“ – Das Leben Jesu, S. 187. b. Auf welche Weise versicherte Gott Jakob, dass er nicht verlassen sei, als er vor seinem Bruder Esau floh? 1. Mose 28, 10-13. „[Jakob] fühlte sich als Ausgestoßener und wusste doch zugleich, dass diese ganze Not durch eigenes falsches Verhalten über ihn hereingebrochen war. Dunkle Verzweiflung lastete auf ihm, und er wagte kaum zu beten. Aber er war dermaßen einsam, dass er die Notwendigkeit des göttlichen Schutzes wie nie zuvor empfand. Unter Tränen und in tiefer Demut bekannte er seine Sünde und flehte um ein Zeichen, dass er nicht gänzlich verlassen sei. Noch fand sein beladenes Herz keine Erleichterung. Er hatte all sein Selbstvertrauen verloren und fürchtete, dass der Gott seiner Väter ihn verworfen habe. Aber Gott verließ Jakob nicht. Seine Gnade breitete sich dennoch über seinen irrenden, kleingläubigen Knecht. Der Herr offenbarte sich ihm voll Mitleid gerade als das, was Jakob brauchte, nämlich als Erlöser. Er hatte gesündigt, aber sein Herz wurde von Dankbarkeit erfüllt, als ihm ein Weg offenbart wurde, auf dem er die Gnade Gottes wieder erlangen konnte.“ – Patriarchen und Propheten, S. 160. 5. Verbindung zwischen Himmel und Erde 09.07. (Do) a. Welche Lehre ist aus der Leiter zu ziehen, die Jakob in der Wüste sah? 1. Mose 28, 16. 17; Johannes 1, 51. „In dem Gesicht wurde Jakob der Erlösungsplan gezeigt, zwar nicht in vollem Umfang, aber doch so weit, wie er ihn zu jener Zeit anging. Auf die geheimnisvolle Leiter, die Gott ihm im Traum gezeigt hatte, bezog sich später Christus in der Unterhaltung mit Nathanael… [Johannes 1, 51 zitiert] Ehe sich der Mensch gegen Gottes Herrschaft auflehnte, war er mit Gott ungehindert in Verbindung gewesen. Aber Adams und Evas Sünde trennte Himmel und Erde voneinander, so dass er keine Gemeinschaft mehr mit seinem Schöpfer pflegen konnte. Doch verblieb die Welt nicht in einsamer Hoffnungslosigkeit. Die Leiter stellt Jesus dar, den ausersehenen Mittler.“ – Patriarchen und Propheten, S. 161. b. Beschreibe die Verbindung, die Christi Mittlerschaft hergestellt hat. Römer 3, 23-26; Hebräer 1, 14. „Mit dem Sündenfall entfernte sich der Mensch von Gott; die Erde wurde vom Himmel getrennt. Über den Abgrund, der dazwischen lag, führte keine Verbindung. Aber durch Christus wurde der Verkehr zwischen Erde und Himmel wiederhergestellt. Seine Verdienste überbrücken die tiefe Kluft, welche die Sünde hervorgerufen hat; nun können die dienenden Engel mit den Menschen aufs neue Gemeinschaft pflegen. Christus verband die gefallene Menschheit in ihrer Schwäche und Ohnmacht mit der Quelle der unendlichen Kraft Gottes. „Stärker als der Tod ist die Liebe, mit der Gott sich nach seinen Kindern auf Erden sehnt. In der Hingabe des Sohnes, in dieser einen Gabe, hat er uns den ganzen Himmel geschenkt. Leben, Tod und Vermittlung des Heilandes, der Dienst der Engel, die Vertretung des Geistes, der Vater, wirkend über allem und durch alles, die immerwährende Teilnahme himmlischer Wesen alles dient der Erlösung der gefallenen Menschheit.“ – Der Weg zu Christus, S. 12. 13. Fragen zur persönlichen Wiederholung 10.07. (Fr) 1. Stelle den Zustand der Menschheit vor und nach dem Sündenfall gegenüber. 2. Was tat der Mensch nach dem Sündenfall und warum? 3. Was war die einzige Antwort auf das Problem der Sünde? 4. Erkläre die Bedeutung des wunderbaren Symbols, das Jakob in seinem Traum gezeigt wurde. 5. Welche Mittel der Kommunikation nutzt Gott mit der Menschheit? |