Bekenntnis der Sünden LEITTEXT: „Wer seine Missetat leugnet, dem wird‘s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ (Sprüche 28, 13.) Zum Lesen empfohlen: Der Weg zu Christus, Kapitel 4, S. 25-29. „Wenn das Bekenntnis der Ausfluss unseres Innersten ist, dann findet es seinen Weg zum Gnadenstuhl Gottes.“ – Der Weg zu Christus, S. 27. 1. Die Gnade Gottes 19.07. (So) a. Was sollen wir tun, wenn wir von unserer Sünde überführt werden? Sprüche 28, 13; Jakobus 5, 16. „Die Bedingungen, unter denen wir von Gott Vergebung erhalten, sind einfach, gerecht und vernünftig. Der Herr fordert nicht, dass wir uns um der Sündenvergebung willen mit Schmerzen beladen. Wir sollen keine langen und beschwerlichen Wallfahrten unternehmen, auch keine quälenden Bußübungen vollziehen, um uns dem Schöpfer Himmels und der Erde zu empfehlen oder damit unsere Sünden abzutragen. Jedem, der seine Sünden bekennt und lässt, soll Gnade zuteil werden.“ – Der Weg zu Christus, S. 25. 26. b. Welche Haltung erfordert dies von uns? Sprüche 15, 33; 19, 23; Psalm 34, 19. „Solche, deren Herzen nicht in Erkenntnis ihrer Schuld vor Gott demütig geworden sind, haben noch nicht die erste Bedingung für die Annahme erfüllt. Wenn wir noch nichts von der Reue, die niemand gereut, erfahren haben, wenn wir noch nicht in der wahren Demut eines geängstigten und gebrochenen Herzens unsere Sünden bekannt und mit Entsetzen von uns gewiesen haben, dann sind wir noch nie ernstlich um Vergebung der Sünden bemüht gewesen. Erst wenn wir aufrichtig den Frieden mit Gott suchen, werden wir ihn finden. Der einzige Grund, weshalb uns noch keine Vergebung unserer Sünden zuteil geworden ist, kann nur der sein, dass wir unsere Herzen nicht demütigen und uns den Bedingungen der göttlichen Wahrheit nicht unterwerfen wollen. Die Heilige Schrift belehrt uns genugsam über diesen Gegenstand. Das Bekenntnis der Sünde, mag es nun allgemeines oder persönliches sein, sollte aufrichtig und frei ausgedrückt… werden.“ – Der Weg zu Christus, S. 26. 2. Bekennen und Vergeben 20.07. (Mo) a. Wenn wir einen anderen verletzt haben, wen haben wir dann ebenfalls verletzt? Psalm 51, 6. „Der Apostel schreibt: ‚Bekenne einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet.‘ (Jakobus 5, 16.) Bekennet eure Sünden Gott, der sie allein vergeben kann, und eure Fehler einander. Wenn du deinem Freunde oder Nachbarn Verdruss bereitet, ihn vielleicht sogar beleidigt hast, musst du ihm dein Unrecht eingestehen. Seine Pflicht ist es dagegen, dir von Herzen zu verzeihen. Dann musst du von Gott Vergebung erflehen, weil der Bruder, den du beleidigt hast, Gottes Eigentum ist; hast du dich doch mit der Beleidigung deines Bruders zugleich gegen seinen Schöpfer und Erlöser vergangen!“ – Der Weg zu Christus, S. 26. b. Warum müssen wir anderen vergeben? Matthäus 6, 14. 15; Epheser 4, 32. „Wer nicht bereit ist zu vergeben, verstopft sich die Leitung, durch die ihm die Barmherzigkeit Gottes zuströmt. Wir dürfen uns nicht dem Gedanken hingeben, dass wir dem Beleidiger unsere Vergebung vorenthalten dürften, solange er seinen Fehler nicht bekannt hat. Sicherlich hat er sich durch Reue und Bekenntnis zu demütigen; aber wir sollen Mitleid mit dem haben, der sich gegen uns versündigt hat, ganz gleich, ob er seinen Fehler bekennt oder nicht. Wie schwer auch die uns geschlagenen Wunden sein mögen, sollen wir doch keinen Groll hegen oder Mitleid mit uns selber haben. Hoffen wir darauf, für unsere Vergehen gegen Gott Vergebung zu empfangen, dann müssen wir auch allen verzeihen, die sich an uns versündigt haben.“ – Das bessere Leben, S. 94. 95. c. Was sollte uns unsere Pflicht gegenüber der Menschheit lehren? 1. Petrus 4, 8; Römer 13, 8. „Drum wollen wir Christus, das Leben aus Gott, in uns wohnen lassen, ihn durch uns die himmlische Liebe offenbaren lassen, damit Hoffnung in Verzweifelten und Himmelsfriede in Sündern aufsprieße. Wenn wir zu Gott kommen, empfangen wir unter der Bedingung Barmherzigkeit von ihm, dass wir uns dem Dienst der Gnadenverkündigung weihen.“ – Das bessere Leben, S. 95. „Das unmenschliche Benehmen des Menschen gegen seine Mitmenschen ist unsere größte Sünde. Viele glauben, dass sie die Gerechtigkeit Gottes vertreten, während ihnen seine Zärtlichkeit und seine große Liebe gänzlich abgeht. Oft stehen diejenigen, denen sie mit Härte und strenge entgegentreten, unter der Macht der Versuchung. Satan ringt mit diesen Seelen und harte, gefühllose Worte entmutigen sie und lassen sie der Macht des Versuchers zur Beute fallen.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 167. 3. Eindeutig und aufrichtig 21.07. (Di) a. Welche Sünden müssen öffentlich bekannt werden, während andere allein Gott bekannt werden sollen? Psalm 32, 5; Matthäus 5, 23. 24. „Wahres Bekenntnis hat stets ein besonderes Merkmal: es gesteht die einzelnen Sünden ein. Es gibt solche, die wir nur Gott bringen dürfen, aber auch solche, die wir unsern Mitmenschen bekennen müssen, die durch unsere Lieblosigkeit manches Unrecht erlitten haben. Schließlich gibt es Sünden von allgemeiner Bedeutung. Diese sollten dann ebenso öffentlich bekannt werden. Alle Geständnisse aber sollten bestimmt und deutlich sein und gerade die Sünden bei Namen nennen, deren wir uns schuldig gemacht haben.“ – Der Weg zu Christus, S. 27. „Sünden persönlicher Art sollten Christus bekannt werden, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen… Jede Sünde ist ein Vergehen gegenüber Gott und muss ihm durch Christus bekannt werden. Jede offene Sünde sollte auch öffentlich bekannt werden.“ – Diener des Evangeliums, S. 120. b. Was ist der Zweck wahren Bekenntnisses? 1. Samuel 12, 19. „Zur Zeit Samuels fielen die Kinder Israels von Gott ab. Sie litten unter den Folgen ihrer Sünde; denn sie hatten ihren Glauben an Gott verloren, ihre Erkenntnis seiner Kraft und Weisheit, die Geschicke der Völker zu leiten, und das Vertrauen in seine Macht, sein Werk zu verteidigen und hinauszuführen. Sie wandten sich von dem großen Beherrscher des Weltalls ab und sehnten sich nach einer Leitung, wie sie die Völker in ihrer Umgebung hatten. Ehe sie den Frieden wiederfanden, legten sie ein bestimmtes Bekenntnis ab, und zwar mit folgenden Worten: ‚Denn über alle unsre Sünden haben wir auch das Übel getan, dass wir uns einen König erbeten haben.‘ (1. Samuel 12, 19.) Diese Sünde war es gerade, die sie eingestehen mussten.“ – Der Weg zu Christus, S. 27. c. Welche praktische Handlung sollte dem Bekenntnis folgen? Jesaja 1, 16. 17; Hesekiel 33, 15. „Ein Sündenbekenntnis ohne aufrichtige Reue und Besserung ist Gott nicht angenehm. Unser ganzes Leben muss sich umgestalten, alles Gott nicht Wohlgefällige muss daraus verbannt werden. Dies ist das Ergebnis wahrer Reue über unsere Sünden.“ – Der Weg zu Christus, S. 27. „Jeder bekehrte Mensch wird – wie Zachäus – den Eingang Christi in sein Herz dadurch offenbaren, dass er allen ungerechten Handlungen entsagt, die sein Leben bisher bestimmt haben. Gleich dem Obersten der Zöllner wird er seine Aufrichtigkeit dadurch bezeugen, dass er das Unrecht wiedergutmacht.“ – Das Leben Jesu, S. 548. 4. Die Gefahr der Selbstrechtfertigung 22.07. (Mi) a. Als der Herr Adam und Eva nach ihrer Sünde fragte, wie deuteten sie an, dass es eigentlich nicht ihre Schuld gewesen sei? 1. Mose 3, 12. 13. „Adam konnte seine Sünde weder leugnen noch entschuldigen. Aber anstatt Reue zu zeigen, suchte er die Schuld auf seine Frau und damit auf Gott selbst abzuwälzen: ‚Das Weib, dass du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum, und ich aß.‘“ – Patriarchen und Propheten, S. 34. „Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatten, wurden ihre Herzen mit Scham und Schrecken erfüllt. Ihr erster Gedanke war, wie sie ihre Sünde entschuldigen und dem drohenden Urteil entrinnen könnten. Als der Herr sie nun zur Verantwortung zog, versuchte Adam die Schuld teilweise auf Gott und teilweise auf seine Gefährtin abzuwälzen: ‚Das Weib, dass du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum, und ich aß.‘ Das Weib schob die Schuld auf die Schlange mit den Worten: ‚Die Schlange betrog mich also, dass ich aß.‘ (1. Mose 3, 12. 13.) In diesem Satz lagen zugleich die Fragen: Warum hast du die Schlange geschaffen? Warum hast du sie in das Paradies kommen lassen? Damit wollten sie Gott für den Sündenfall verantwortlich machen.“ – Der Weg zu Christus, S. 28. b. Warum macht Selbstrechtfertigung das Bekenntnis unwirksam? Hiob 9, 20; Lukas 16, 15. „Alle Selbstgerechtigkeit also stammt von dem Vater der Lüge und ist bei allen Söhnen und Töchtern Adams offenbar geworden. Bekenntnisse dieser Art sind keine Eingebungen des Heiligen Geistes und deshalb Gott nicht wohlgefällig. Die wahre Buße lehrt den Menschen seine Schuld selbst tragen und sie ohne Trug und Heuchelei eingestehen.“ – Der Weg zu Christus, S. 28. „Wir sollten nie versuchen, durch Entschuldigung unserer Sünde unsere Schuld zu verringern. Wir müssen uns hier Gottes Beurteilung aneignen, und die ist in der Tat vernichtend. Wie furchtbar die Macht der Sünde ist, lässt sich nur am Kreuz von Golgatha abschätzen. Hätten wir unsere Sünde selbst zu tragen, so würde uns die Last erdrücken. Doch der Sündlose ist an unsere Stelle getreten, und obgleich er‘s nicht verdiente, hat er unsere Missetaten getragen. ‚Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er [Gott] treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.‘ (1. Johannes 1, 9.) Herrliche Wahrheit! gerecht nach seinem Gesetz und doch Rechtfertiger aller, die an Jesus glauben. ‚Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übriggeblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig!‘ (Micha 7, 18.)“ – Das bessere Leben, S. 96. 97. 5. Offenes Bekenntnis 23.07. (Do) a. Wie bekannte Paulus demütig und konkret seine Sünde? Apostelgeschichte 26, 10. 11. „Die Beispiele von wahrer Reue und Demütigung, die Gottes Wort enthält, atmen einen Geist des Bekennens, in dem keine Entschuldigung der Sünde, kein Trachten nach Selbstrechtfertigung zu finden ist. Paulus versuchte es nicht, sich zu verstecken, nicht, seine Sünden zu beschönigen oder zu verringern, sondern schildert sie in den grellsten Farben, wenn er schreibt: [Apostelgeschichte 26, 10. 11 zitiert].“ – Der Weg zu Christus, S. 29. b. Was erklärte Paulus in seinem ersten Brief an Timotheus? 1. Timotheus 1, 15. „Gewiss erscheinen wir uns selbst als ohnmächtig. Da ist nichts, was uns bei Gott empfehlen könnte. Und der Teufel flüstert uns ein, dass es erst gar keinen Zweck habe, sich aufzuraffen. Wir können unsere Fehler ja doch nicht tilgen. Suchen wir uns dennoch Gott zu nahen, so flüstert uns der Feind zu, dass es keinen Sinn habe zu beten, weil wir ja einen Fehler begangen haben. Wir hätten uns doch nun einmal gegen Gott versündigt und damit auch unser Gewissen verletzt. Aber wir wollen dem Feind sagen: „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1. Johannes 1, 7.) Gerade wenn unsere Sünde auf uns lastet und wir nicht recht beten können, haben wir das Gebet nötig. Wir mögen uns schämen, mögen tief gedemütigt sein, trotzdem müssen wir beten und glauben. [1. Timotheus 1, 15. zitiert] Vergebung… ist eine Gabe an uns, die Christus durch seine untadelige Gerechtigkeit ermöglicht hat.“ – Das bessere Leben, S. 96. c. Was hat Gott verheißen, wenn wir unsere Sünden bekennen? 1. Johannes 1, 9. „Ein demütiges und zerbrochenes Herz, von echter Buße erfüllt, weiß des Allwaltenden Liebe und den Wert des Opfers auf Golgatha zu schätzen. Wie nun ein Sohn seine Schuld dem liebenden Vater eingesteht, so bringt ein wahrhaft bußfertiger Mensch seine Sünden Gott. [1. Johannes 1, 9. zitiert]“ – Der Weg zu Christus, S. 29. Fragen zur persönlichen Wiederholung 24.07. (Fr) 1. Wenn wir unsere Sünden Gott treu bekennen, wie stehen wir dann vor ihm? 2. Unter welchen Umständen müssen manche Bekenntnisse anderen Menschen gegenüber abgelegt werden, und warum? 3. Warum ist es wichtig, dass das Bekenntnis eindeutig ist? 4. Beschreibe die Gefahr der Selbstrechtfertigung. 5. Was ist das Ergebnis eines demütigen Bekenntnisses? |